Workshop for media trainers from EP countries in Berlin – apply now!

Are you a journalistic/media trainer from Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova or Ukraine?

Do you have basic skills in podcasting or mobile reporting? Do you feel the need to get additional skills and learn about teaching concepts, that you can use for training journalists? Are you looking for international contacts to exchange your experiences and expand your network?

 

If yes, apply for "Snowball effect for stronger media - train the trainer", a two-part-program at the Berlin Journalism School in cooperation with the Armenian NGO Journalists for the future. The training, supported by the German Foreign Office under the program "strengthening cooperation with civil society in the Eastern Partnership countries", will take place in Berlin and in Aghveran (Armenia).

 

In the first part, seven trainers - who preferably already have basic skills - from all countries of the Eastern Partnership will learn the latest techniques for recording, editing, and streaming over-the-air video clips or audio podcasts in just a few minutes during a six-day mobile reporting or podcasting train-the-trainer program.

 

The participants will also meet German journalists or experts with a focus on Eastern European topics. This seminar will be held at the Berlin Journalism School (BJS), most likely from August 5th to 11th. At the end of the week, the trainers will develop a guideline for future workshops as well as a concept for one day/part of this workshop they will take in it.

 

In the second part, those trainers will pass on their skills – also those newly acquired in podcasting and mobile reporting – to 30 Armenian and Georgian journalists in a summer school in Aghveran, most likely in the end of September.

 

Travel expenses accommodation and costs for visa (if necessary) are taken. For the teaching at the summer school a small remuneration will be paid.

 

Application is open to English-speaking media/journalism trainers of all ages with at least one year of professional experience from Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova and Ukraine. This might be freelancer as well as employees of NGOs, journalism schools of universities.

 

Please apply with a cover letter in which you describe both your professional background and the reasons for your application. If possible, describe in a few words what your part in the summer school in Armenia could be. Please indicate who is your target group and how many persons you could reach in future with your newly acquired skills.

 

Furthermore, we need a detailed curriculum vitae, if possible a proof of your knowledge of English and

a confirmation by your employer or an organization you have worked for that you already have experience as a trainer.

 

Please also indicate if you prefer to take part in the podcasting or the mobile reporting course. For the latter one it is preferable, but not mandatory, if participants use ios-systems (Iphone oder Ipad).

 

Send these documents only via e-mail (pdf, in total not more than 5 MB) to trainerworkshop@berliner-journalisten-schule.de not later than July 1st, 2018.

 

Please send only certificates and recommendations if they have a direct connection to your applications, e.g. a prove showing experience as a trainer or international cooperation, but no certificates from university.

 

If you have further questions, do not hesitate to contact Clemens Schöll, head of the program clemens.schoell@berliner-journalisten-schule.de.

 

BJS / Juni 2018


Kommunalwahlkampf in Niedersachsen, mit armenischen Augen gesehen

 

Wie sieht ein deutscher Kommunalwahlkampf aus? Wie bereiten sich regionale und überregionale Medien darauf vor und wie berichten sie am Tag der Wahl? Welche Themen und Erwartungen bestimmen die Wahl?

 

Diesen und vielen weitere Fragen gingen zehn armenische Journalist/innen im Rahmen des Programms „Cross border observations: reliable coverage of local elections in Lower Saxony and Armenia“ nach, das die Berliner Journalistenschule vom 21. bis bis 28. August 2016 in Kooperation mit ihrem armenischen Partner „Journalists for the future“ organisiert hatte. Auf deren Webseiten findet sich auch eine englische Zusammenfassung des Programms: http://www.jnews.am/en/cross-border-observation-program.

 

Hintergrund der Veranstaltung, die vom Auswärtigen Amt im Rahmen des Programms „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ gefördert wurden, waren Regionalwahlen in Armenien, die im Herbst 2016 in rund 850 Gemeinden Armeniens stattfanden, erstmals unter einer neuen Verfassung.

 

Die acht Kolleginnen und zwei Kollegen besuchten Redaktionen in Berlin, Hannover und Osnabrück und informierten sich über die Organisation der Wahl- und Wahlkampfberichterstattung sowie die Redaktionsplanungen und die dahinterstehenden journalistischen Erwägungen. In Diskussionen mit deutschen Kollegen, Wahlkampfmanagern und Medienexperten setzen sie sich mit ethischen und handwerklichen Fragen der Berichterstattung auseinander, von Fragen zu Unabhängigkeit und Objektivität bis hin zu den Möglichkeiten der effektiven Verknüpfung von Print- und Onlinejournalismus.

 

Interessiert, aber nicht immer zustimmend reagierten die Kolleginnen und Kollegen aus Armenien auf den Umgang der Redaktionen mit Politikern in Wahlkampfzeiten, etwa auf die Feststellung des stellvertretenden N24-Chefredakteurs Johannes Böhning, dass Parteien und Kandidaten selbstverständlich nicht gleich behandelt würden, sondern Nachrichtenwert und Zuschauerinteresse dazu fuhren konnten, dass eine kleine Partei oder ein besonderer Kandidat deutlich mehr Sendezeit bekomme. In Armenien dagegen sind gleiche Sendezeiten sogar gesetzlich verankert. Als hilfreich und anregend, aber nur schwer umsetzbar wurden die internen und vertraulichen Richtlinien der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für den Wahlkampf empfunden, in die die Teilnehmer Einblick bekamen und die danach intensiv mit mehreren NOZ-Redakteuren diskutiert wurden. Danach wird z.B. über Wahlversprechen überhaupt nicht, über durch den Wahlkampf bedingte Auftritte von Politkern nur in sehr geringem und vorher festgelegtem Umfang berichtet.

 

In Hannover erlebten die armenischen Berichterstatter den für sie unbekannten Straßenwahlkampf der Einzelkandidaten, zeigten sich erstaunt über die geringe Vergütung der Kommunalpolitiker und den freiwilligen Einsatz der Parteimitglieder von der Basis.

 

Deshalb führte dieser Termin zu zahlreichen redaktionellen Beiträgen, übertroffen nur von der Begegnung mit Holger Hennies und seiner Frau auf deren Hof in Schwüblingsen organisiert. Dort erläuterte das Vorstandsmitglied des Landvolks (die niedersächsischen Dependance des Bauernverbands) den armenischen Gästen am konkreten Beispiel das Verhältnis und die Zusammenarbeit zwischen Interessenverbänden und Politik auf regionaler Ebene. Zudem beantwortete er zahlreiche Fragen, die nicht unmittelbar mit seiner Funktion zu tun hatten, etwa zu spezifischen landwirtschaftlichen Fragen, aber auch nach der Situation von Flüchtlingen auf dem Dorf.

 

Die politischen und rechtlichen Grundlagen der Kommunalwahl vermittelte Prof. Roland Czada von der Universität Osnabrück. Des weiteren besuchten die Teilnehmer das NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen in Hannover und die Zentrale der Deutschen Presseagentur in Berlin und sprachen mit Mitarbeitern der Agentur Zum Goldenen Hirschen/365 Sherpas über Wahlkampagnen und Politische Kommunikation.

 

Abgerundet wurde das Programm durch Vorträge und Gespräche an der BJS, etwa mit der Hamburger Journalistin Silvia Stöber, die viel über Armenien und den Kaukasus berichtet, aber auch mit BJS-Geschäftsführer Olaf Jahn und Programmleiter Clemens Schöll, die die Gruppe auch in Niedersachsen bei den Terminen begleiteten.

 

Einige Wochen nach der Rückkehr der Teilnehmer nach Armenien organisierte „Journalists for the Future“ dort zwei Veranstaltungen für Journalisten und Journalistikstudenten in Gyumri und Gavar, wo jeweils drei Teilnehmer der Reise von ihren Erfahrungen in Deutschland berichteten.

 

BJS / November 2016


Austauschprogramm

Medien - Mittler zwischen den Völkern

Die Berliner Journalisten-Schule hat bis 2016 insgesamt 13 Jahre lang in Zusammenarbeit mit der Robert-Bosch-Stiftung jungen Journalisten aus Mittel- und Osteuropa die Gelegenheit zu einem Studien- und Redaktionsaufenthalt in Berlin geboten.

Medienmittler-Gruppenbild